Arme Ritter aka French Toast

Arme Ritter sind (leider leider) ein Opfer des Anglizismus: heutzutage ist das überall nur noch als French Toast bekannt. Einzige Ausnahme ist da vielleicht Frankreich, da kennt man es als „Pain perdu“, also quasi „verlorenes Brot“.
Regional ist das ganze auch gern bekannt als Rostige Ritter, Bavesen, Weckschnitten und vieles mehr.

Aber ganz egal ob arm, french oder verloren – lecker ist das ganze in jedem Fall.
Und das beste: es geht ultra schnell und die Zutaten hat man eigentlich immer zuhause.

Und da bald Ostern ist, noch ein Oster-Tipp: statt Brot bzw. Brioche kann man für die Armen Ritter ganz prima übrig gebliebenen Oster-Zopf verwenden!

Arme Ritter 03

Ganz wichtig: das Brot sollte ausnahmsweise definitiv nicht frisch sein. Natürlich auch nicht steinhart, aber eher 3-4 Tage alt. Also genau dann, wenn das Brot anfängt, „langweilig“ zu schmecken.

Heute zeige ich euch drei verschiedene Varianten, die ich alle sehr gern mag, und immer ganz nach Gusto wähle.
Meine Varianten heute sind: der Klassiker, der Sündhafte, und der Besondere.

Das braucht ihr für den Klasssiker:

Altbackenes Weißbrot
2 Eier
1 Cup Milch
4 EL+ eine Prise Zucker
1 Prise Salz
1 Prise Zimt
ein paar Tropfen Vanille-Extrakt
Pfanne
neutrales Öl (z.B. Rapsöl, Sonnenblumenöl)
etwas Küchenpapier
tiefe Schale, etwas größer als die Brotscheiben, z.B. eine Auflaufform
Schneebesen oder Gabel
breiter Pfannenwender

**

Das braucht ihr für den Sündhaften:

Frische oder altbackene Brioche
2 Eier
1 Cup Sahne
4 EL weißer Zucker
eine Prise brauner Zucker
1 Prise Salz
1 Prise Zimt
ein paar Tropfen Vanille-Extrakt
Pfanne
neutrales Öl (z.B. Rapsöl, Sonnenblumenöl)
etwas Küchenpapier
tiefe Schale, etwas größer als die Briochescheiben, z.B. eine Auflaufform
Schneebesen oder Gabel
breiter Pfannenwender

Und so geht’s:

Brot in Scheiben schneiden. Die o.g. Menge an Eiern, Milch etc. reicht für bis zu 12 Scheiben, je nachdem wie dick ihr die Scheiben schneidet und wie groß das Brot an sich ist.
Mein Tipp: dicke Scheiben. Dadurch fällt der Arme Ritter beim Wenden nicht so schnell auseinander.
Ich empfehle hier, mit erst einmal so viel Scheiben zu starten, wie gleichzeitig in die Pfanne passen, und während des Ausbackens die Restmenge zu schneiden. So lässt sich viel besser abschätzen, wie viele Scheiben ihr noch braucht.

Eier, Milch, 4 EL Zucker, Zimt und Vanille-Extrakt in der Auflaufform verquirlen.

Eine Brotscheibe in die Eier-Milch-Masse legen, vollsaugen lassen, wenden. In der Form beiseite schieben, und mit der nächsten Brotscheibe ebenso verfahren, anschließend auf die erste Scheibe legen. Nacheinander alle Brotscheiben gleichermaßen tränken.
Die vollgesogenen Brotscheiben am besten nicht aus der Schüssel nehmen, sondern direkt drin liegen lassen (nicht zu kurz, aber auch nicht zu lang).

Etwas Öl in die Pfanne geben, und mit Küchenpapier ausreiben. Pfanne auf mittlerer Hitze erhitzen.
Mehr Öl und Hitze braucht es hier nicht! Mehr Öl lässt die Brotscheiben nur triefen, und mehr Hitze sorgt für eine verbrannte Außen- sowie eine rohe Innenseite (und das wollen wir doch nicht).

Die Brotscheiben vorsichtig in die Pfanne geben. Je nachdem, wie lange sie in der Flüssigkeit gelegen haben (und wie trocken das Brot vorher war), können sie jetzt ggf. etwas „instabil“ sein – also ein bisschen aufpassen.

Brotscheiben in der Pfanne erhitzen, mehrmals wenden. Lieber öfter wenden, als zu lange auf einer Seite liegen lassen!
Vor dem letzten Wenden erst über die eine Seite eine Prise (braunen) Zucker streuen. Dann wenden, und mit der anderen Seite ebenso verfahren. Dadurch karamellisiert noch ein wenig Zucker auf den Seiten – das schmeckt himmlisch!Arme Ritter 10

**

Das braucht ihr für den Besonderen:

Altbackenes Weißbrot oder Brioche
3 Eier
1 Bio-Orange
1 Schuss Milch
3 TL brauner Zucker
1 Prise Salz
ein paar Tropfen Vanille-Extrakt
Pfanne
1-2 TL Butter
tiefe Schale, etwas größer als die Brotscheiben, z.B. eine Auflaufform
feine Küchenreibe
Schneebesen oder Gabel
breiter Pfannenwender

Und so geht’s:

Brot in Scheiben schneiden. Die o.g. Menge an Eiern, Milch etc. reicht für bis zu 4 Scheiben, je nachdem wie dick ihr die Scheiben schneidet und wie groß das Brot an sich ist.
Ich empfehle hier, mit erst einmal 2-3 Scheiben zu starten, und während des Ausbackens die Restmenge zu schneiden.

Bio-Orange heiß abwaschen, trocken tupfen, und die Schale fein abreiben.

Eier, Milch, Zucker und Vanille-Extrakt dazugeben und in der Schale verquirlen.

Eine Brotscheibe in die Eier-Milch-Masse legen, vollsaugen lassen, wenden. In der Form beiseite schieben, und mit der nächsten Brotscheibe ebenso verfahren, anschließend auf die erste Scheibe legen. Nacheinander alle Brotscheiben gleichermaßen tränken.
Die vollgesogenen Brotscheiben am besten nicht aus der Schüssel nehmen, sondern direkt drin liegen lassen (nicht zu kurz, aber auch nicht zu lang).

Etwas Butter in die Pfanne geben, Pfanne auf mittlerer Hitze erhitzen. Wenn die Butter schaumig wird, Brotscheiben vorsichtig in die Pfanne geben. Je nachdem, wie lange sie in der Flüssigkeit gelegen haben (und wie trocken das Brot vorher war), können sie jetzt ggf. etwas „instabil“ sein – also ein bisschen aufpassen.

Brotscheiben in der Pfanne erhitzen, mehrmals wenden. Lieber öfter wenden, als zu lange auf einer Seite liegen lassen.

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Zu allen Rezepten passt:

Die fertigen Armen Ritter z.B. mit Sirup servieren. Gut dazu schmeckt aber auch z.B. eine Kugel Vanilleeis, frisches Obst (z.B. Himbeeren, Erdbeeren, Mango, filetierte Orange… – tobt euch aus!), griechischer Joghuert, Sahne, Rote Grütze oder Kompott.Arme Ritter 04

In den USA (und Kanada) isst man French Toast gern mit Ahornsirup und Bacon, das ist allerdings nicht ganz mein Geschmack. Na gut, Ahornsirup ist lecker. Aber Bacon zu süßen Toastscheiben? Näää, nichts für mich.

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