Kaiser-Soufflé – oder: Rehleins Wanderbackbuch ist zu Besuch

Eine Bloggerweisheit lautet: Mach was zusammen mit anderen Bloggern, dann hast du mehr vom Bloggen!
Stimmt.

Als ich von der „Wanderbackbuch“-Aktion der lieben Rebecca von rehleinbackt.de hörte, war ich begeistert! …und zu spät dran. Leider war die Aktion nicht nur schon längst gestartet, es gab auch schon lange keine freien Plätze mehr. Das war für mich selbst zwar schade, ich fand die Aktion trotzdem super. Rebecca schickte im November 2012 Ruth Moschners „Backen für Angeber(innen)“ auf den Weg zu 66 Bloggerinnen, die jeweils ein Rezept aus dem Buch nachbacken und darüber berichten. Klingt das nicht nach einer supercoolen Aktion?
Dann wurde doch tatsächlich neulich wieder ein Platz frei – und ich war (dank der „Nachrückerliste“) drin!

Ein Backbuch geht auf Wanderschaft - Rehlein backt

Letzten Samstag kam das wunderbar rosafarbene Buch bei mir an. Ich kam prompt zu spät zu meinem anschließenden Termin, denn der Paketbote klingelte als ich gerade gehen wollte, und ich musste natürlich sofort das Paket öffnen und im Buch blättern (Bücher & ich = schlimm. Backbücher & ich = richtig schlimm 🙂 ).
Denn es sind ja nicht nur Rezepte drin: jede meiner Vorgängerinnen hat die Seite des von ihr nachgebackenen Rezeptes mit Aufklebern und Post-its verziert, Kommentare hinterlassen, Rezeptänderungen und Tipps hinzugefügt, und das Buch so zu etwas völlig neuem werden lassen. Am liebsten hätte ich es direkt einfach so behalten! 🙂 (Neee, hab ich natürlich nicht, denn das ausprobieren und weiterschicken ist ja der Gedanke dahinter.)

Also am Sonntag schön die Beine hochgelegt und nach einem „freien“ Rezept geblättert. Das ist Teil der Aufgabe: jeder Teilnehmer backt genau EIN Rezept nach, kommentiert das auf der Buchseite und veröffentlicht das Rezept im eigenen Blog.
Nun bin ich natürlich relativ weit hinten in der Liste gelandet und die meisten Rezepte sind schon „erledigt“ (hach, sind da tolle dabei). Ein paar derjenigen die noch übrig waren, waren mir entweder z.B. zu weihnachtlich (ich stelle mich gerade auf Sommer ein, da sind Weihnachtsrezepte mit Schokonikoläusen und Co. erstmal nichts für mich) oder ich zweifelte im Vorfeld an der Umsetzung.
Zwei Rezepte jedoch sprangen mir ins Auge – und kurzentschlossen habe ich am Sonntagabend eins davon umgesetzt.

Laut Ruth Moschner ist das „Kaiser-Soufflé“ als Variante des allseits bekannten und beliebten Kaiserschmarrns eine Art „Schmarrn Reloaded“, eben in Soufflé-Form.
Ich muss ihr da Recht geben: es schmeckt tatsächlich wie Kaiserschmarrn (was ja nur super werden kann – Kaiserschmarrn ist oberlecker!), ist aber auch gleichzeitig ein wunderbar fluffiges Soufflé – und gar nicht mal schwierig zu machen.

Kaiser-Soufflé - Rehleins Wanderbackbuch

Das braucht ihr dafür (sagt Ruth Moschner):

2 EL Sultaninen
Rum
2 Eier
80 g süße Sahne
60 ml Milch
4 EL Mehl
1 Prise Salz
4 EL Vanillezucker
3-4 TL Butter (wenn möglich gesalzen)
Puderzucker bei Bedarf

Beim ersten ausprobieren habe ich das Rezept genau nach Ruth gebacken – und danach für mich selbst die Zutaten etwas angepasst und noch mal gebacken. Schmeckt aber beides gleich super. Ihr könnt euch also aussuchen, welche Variante ihr lieber ausprobieren wollt.

Für die überarbeitete Variante braucht ihr also stattdessen:

1 EL Rosinen
1 EL getrocknete Cranberries
etwas Rum oder Marillenlikör
2 Eier
80 g süße Sahne
60 ml Milch
4 EL Mehl
1 Prise Salz
4 EL Zucker
1 TL Vanilleextrakt
Butter zum Fetten der Förmchen (Menge je nach Förmchengröße)
ca. 1-2 EL Puderzucker
Handmixer, Teigspatel
4-5 Soufflé-Förmchen
Backpinsel
Schüssel zum Teigrühren
hoher Rührbecher zum Eischnee-Schlagen
Backblech

Und so geht’s:

Ofen auf 180° C Umluft vorheizen (diesen Punkt nicht vergessen – ist sehr wichtig für ein Soufflé!).
Soufflé-Förmchen buttern und mit Puderzucker ausstreuen, auf das Backblech stellen (so gehen die Förmchen alle mit einem Ruck in den Ofen und später leichter wieder raus).

Rosinen und Cranberries in ein kleines Glas oder eine kleine Schüssel geben, Rum oder Marillenlikör angießen bis die Früchte ganz bedeckt sind. Ca. 10 Minuten ziehen lassen (wer mehr Zeit hat gern länger, ein paar Stunden oder sogar über Nacht ist perfekt).
Tipp: wenn die Rosinen extrem hart und/oder trocken sind und ihr nicht so viel Zeit habt zum „ziehen lassen“, legt sie erstmal für ca. 5-10 Minuten in heißes Wasser oder heißen Früchtetee, dann ziehen sie schon mal Flüssigkeit. Ihr könnt alternativ natürlich auch den Alkohol erwärmen, funktioniert auch.

Mehl und Salz mischen.

Eier trennen. Die Eigelbe mit Sahne, Milch und dem Vanilleextrakt mit dem Handmixer gut verquirlen. Mehl, Salz und die durchgezogenen Trockenfrüchte mitsamt dem Alkohol hinzugeben, alles gut durchmixen.
Jetzt die Eigelbmasse ca. 20-30 Minuten ruhen und quellen lassen.

Eiweiß halbsteif schlagen, Zucker einrieseln lassen und so lange weiterschlagen, bis die Masse wirklich steif ist (Messertest!) und schön glänzt.

Eischnee mit dem Teigspatel vorsichtig unter die Eigelbmasse ziehen und SOFORT in die Soufflé-Förmchen verteilen. Förmchen nicht bis zum Rand füllen, lieber ca. 2 cm Platz lassen (die Dinger sollen schließlich im Ofen noch schön hoch gehen und nicht überlaufen).
Ein Teil der Trockenfrüchte hat sich ganz sicher weiterhin am Boden der Rührschüssel versteckt, diese einfach flugs noch auf die Förmchen verteilen.

Im heißen Ofen für ca. 17-20 Minuten backen. Der Ofen sollte definitiv am besten während des ganzen Backvorgangs geschlossen bleiben, denn Soufflés sind unheimlich empfindlich und schnurren bei Zugluft (angeblich sogar bei lauten Geräuschen) sofort in sich zusammen.

Soufflés aus dem Ofen holen und SOFORT servieren!

Kaiser-Soufflé - Rehleins Wanderbackbuch

Ruth kredenzt zum Rezept noch einen Papaya-Obstsalat aus
1 reifen Papaya
2 TL Zitronensaft
1/4 Liter Buttermilch
2 EL Puderzucker.
Dazu die Papaya schälen, halbieren und die Kerne auslösen. Fruchtfleisch z.B. mit einem Melonenausstecher „in Form bringen“ oder mit einem Sparschäler „in dünne Nudeln“ schneiden. Mit Zitronensaft beträufeln. Buttermilch mit Puderzucker mit einem Pürierstrab schaumig schlagen und als „Dressing“ zum Obst genießen.

Ich persönlich bin kein großer Papaya-Fan, daher habe ich auf Erdbeeren zurückgegriffen (weil die 1. total lecker sind, und 2. gerade da waren). Ruth schlägt als Alternative auch ein Kompott aus z.B. Äpfeln, Kirschen oder Pflaumen vor, oder aber Fruchtmus.

Tatsächlich ist dieses Soufflé richtig leicht nachzubacken. Ob es auch für Soufflé-Neulinge so einfach ist kann ich nicht beurteilen, da ich Soufflés schon lange mache und sie schon immer total easy-peasy fand (dazu der Göga: „Ein Soufflé? Warum suchst du dir nur immer gleich das schwierigste raus?“). Im Grunde kann man hier eigentlich nichts falsch machen, solange man sich an das Rezept und die Tipps hält.

Hier hat uns Ruth Moschner wirklich ein fabelhaftes Rezept präsentiert. Es ist leicht nachzubacken, schnell gemacht (von den Wartezeiten für Rumrosinen und der Quellzeit für die Eigelbmasse mal abgesehen – aber auch das hält sich extrem in Grenzen) und schmeckt einfach ooooberlecker. Damit kann man wirklich angeben!
Der Göga (der eigentlich gar nicht so für süßes ist, aber richtig auf Kaiserschmarrn abfährt) mampfte sich fröhlich durch das Soufflé und fragte ganz neugierig, wie ich es denn geschafft hätte, dass es so fluffig-toll aufgeht, da sei immerhin kein Backpulver oder ähnliches dran. Stimmt – aber Rum! Und Eischnee! Und das reicht für ein Soufflé 🙂

Was den Rum angeht: hier steht im Rezept leider nicht, ob und wie bzw. wann er weiter verwendet werden soll. Ruth schreibt nur „Sultaninen hinzugeben“, verschweigt aber die weitere Verwendung des Rums. Einfach trinken ist womöglich die Alternative (höhö), aber ich weiß zum Glück, dass Rum ein prima Backtriebmittel ist (wird deswegen ja auch gern z.B. im dunklen Teil des Marmorkuchen eingesetzt). Also einfach rein mit dem Alkohol in den Teig. Hilft sicher beim Quellen, und wenn ihr zu Marillenlikör greift, schmeckt man den nachher gar nicht mal besonders raus (falls ihr jemanden unter euren Gästen habt, der keinen Rum mag).

Was meine Änderungen angeht:
Gesalzene Butter zum Ausbuttern der Förmchen muss nicht sein. Wer sowieso welche im Haus hat, kann das natürlich gern machen, aber ihr solltet nicht wegen ein paar Teelöffeln extra loslaufen und eine Packung gesalzene Butter kaufen. Normale Butter tut’s genauso.
Ich mag den etwas kräftigeren Geschmack von Rosinen lieber als Sultaninen, diese müssen aber eben etwas länger „ziehen“. Außerdem liebe ich Cranberries, deswegen mussten die auch noch mit dran (auch wenn die in Kaiserschmarrn eher nichts zu suchen haben). Ansonsten sind Sultaninen natürlich die bessere Wahl, da sie automatisch schon „softer“ sind. Oft sind die im Handel erhältlichen „Rum-Rosinen“ auch Sultaninen.
Marillenlikör oder Rum ist bei mir eine Frage der Tagesform – beides ist gleich lecker.
Der Papaya-Salat wollte leider partout nicht an mich, ist aber auch einfach eine persönliche Sache. Das Buttermilch-Dressing ist eine Idee wert, muss aber für mich auch nicht unbedingt sein. Normales Apfel-, Birnen- oder Kirsch-Kompott finde ich zu diesem Soufflé passender. Oder eben einfach Erdbeeren. Oder das Soufflé ganz schlicht ohne alles („ohne Chichi“ würde der Kaiserschmarrn-futternde Ösi jetzt womöglich sagen).

Fazit:
Ein absolut perfektes Rezept. Schnell gemacht, einfach umzusetzen. Und als Soufflé ist es definitiv „total angebermäßig“ und macht nur wenig Arbeit (Eischnee schlagen dauert am längsten).

Kleine Anmerkung am Rande:
Soufflés sind für Fotos doof. Ganz ehrlich. Im Grunde hätte ich in den (geschlossenen) Ofen kriechen müssen um die herrlichen fluffig hochgegangenen Soufflés in all ihrer Herrlichkeit würdig abzulichten. So jedoch flufften sie (ganz soufflé-typisch) langsam aber sicher zusammen bis die Fotos gemacht waren.
Stellt euch einfach vor, dass EIGENTLICH die Soufflés oben aus den Förmchen noch mal so weit herausgeflufft waren, wie die Förmchen hoch sind. Ungelogen! Es fluffte, dass es eine Freude war.
Also: wirklich unbedingt sofort servieren und verputzen, wenn ihr die tollen Teile aus dem Ofen geholt habt! Das erhöht den Angeberfaktor um locker 200% 🙂

Kaiser-Soufflé - Rehleins Wanderbackbuch

Stattdessen werde ich demnächst einfach die Soufflés noch mal backen, und die Kamera sofort im Anschlag haben – großes Drumherum wird’s dann auf den Fotos nicht geben, es geht dann nur um die Challenge „na warte du fluffige Haube – ich krieg dich!“….
Doch bis dahin müsst ihr leider mit den „verpufften“ Fotos vorlieb nehmen 😉

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