Johannisbeer Whoopie Pies - faaabelhaft

Johannisbeer Whoopie Pies – oder: Heiße Küche am heißen Sonntag

Im Sommer backe ich ja immer sehr gern. Erstens weil es so viele herrliche Obstsorten gaaaanz frisch gibt, und zweitens weil die Tage länger sind und ich am liebsten im hellen backe. Andererseits ist backen gerade an besonders heißen und/oder schwülen Tagen eine ziemlich bescheuerte Idee: draußen ist es heiß und in der Küche dank (mindestens) eines angeschalteten und auf voller Pulle bollernden Ofens sogar noch heißer.
Dennoch hat es auch was für sich. Behaupte ich jetzt einfach mal. Wenn ich z.B. kurzentschlossen backen möchte und eigentlich ein paar Stunden vorher Milch, Eier, Butter & Co. aus dem Kühlschrank nehmen müsste. Oder einfach vergessen habe, dass an das Rezept Butter gehört und ich diese weich brauche (öhöm). Wenn’s draußen knappe 30 C hat, wird so eine backsteinharte Butter ganz fix weich.

Letzten Samstag lachte mich am Obststand ein Schälchen roter Johannisbeeren an. Eigentlich bin ich mehr ein Fan der schwarzen Johannisbeeren in Form von Cassis oder Gelee und natürlich auch zum Backen, die roten finde ich meist zu sauer. Aber die sahen so lecker und frisch aus, dass ich nicht widerstehen konnte.
Also stand ich am Sonntag in der Küche mit diesen sauren Früchtchen und wusste gar nicht, was ich damit anstellen sollte. Kurzentschlossen entschied ich mich für Whoopie Pies. Die sollten für die lieben Kollegen am Montag sein, die freuen sich immer.

Das aktuelle Rezept ist angelehnt an das von Miss Blueberrymuffin, ich habe nur ein paar Kleinigkeiten abgewandelt.

Johannisbeer Whoopie Pies - faaabelhaft

Für die Whoopie Pies:

2 Eier
300 g Zucker
1 Vanilleschote
260 g Griechischer Joghurt
60 ml Milch
150 g geschmolzene Butter, etwas abgekühlt
560 g Mehl
2 TL Natron
1/2 TL Backpulver
150-200 g Johannisbeeren

Für die Füllung:

200 g Rahmquark
200 g Sahne (mit so viel Fett wie möglich), direkt aus dem Kühlschrank
50 g Puderzucker
1 Päckchen Sahnesteif

Johannisbeer Whoopie Pies - faaabelhaft

Und schon kann’s losgehen:

Vanilleschote aufschneiden und auskratzen. Die Eier mit der Vanille und dem Zucker aufschlagen, bis die Masse hell & cremig geworden ist. Joghurt mit der Milch vorsichtig verrühren und abwechselnd mit der geschmolzenen Butter in 3-4 Etappen unter die Zucker-Ei-Mischung unterrühren. Mehl mit Natron und Backpulver mischen und vorsichtig in 2-3 Portionen (Vorsicht, das staubt!) erst langsam, dann schnell unter die Masse rühren und alles zu einem glatten Teig verarbeiten.
Jetzt die Schüssel mit einem Geschirrtuch abdecken und für ca. 30 Minuten in den Kühlschrank stellen. Da wir eine relativ „stichfeste“ Masse haben wollen, ist uns die jetzige Konsistenz nämlich noch zu flüssig (auch wenn es schon recht zäh ist).
In der Zwischenzeit den Ofen auf 170°C vorheizen und die Johannisbeeren verlesen, ggf. waschen und trocken tupfen.  2 Backbleche mit Backpapier vorbereiten.
Je nachdem wie groß eure Whoopie Pies werden sollen benötigt ihr entweder zwei Teelöffel für kleine, oder z.B. einen Eisportionierer für mittlere bis große Pies. Ich habe mich mal für die große Variante entschieden, die Kollegen sollten richtig was zu futtern bekommen.
Schüssel aus dem Kühlschrank nehmen und mit dem Eisportionierer 4-5 Portionen auf das Backblech geben. Jede Portion (à 1 Eiskugelportion) sieht zwar nicht groß aus, aber die verteufelten Dinger gehen im Ofen richtig hoch, aber so richtig! Lieber mit einem „Testblech“ starten und danach abschätzen, wie viele man auf die folgenden Bleche setzen möchte/kann. Mit Teelöffeln portionieren sollte klar sein, oder? Ansonsten erkläre ich das an anderer Stelle mittels Text und Bild oder womöglich Bild und Ton noch einmal ausführlich.
Auf die Whoopie-Portionen so viele Johannisbeeren geben wie gewünscht, und ein wenig in den Teig drücken.
Jetzt wandert ein Blech nach dem anderen für ca. 10-15 Minuten in den Ofen. Hier nach 8-10 Minuten nach der Farbe schauen, goldgelb bis hellbraun sollten sie sein.

Die Creme könnt ihr z.B. zubereiten, während die Whoopies backen – ich habe mir Zeit gelassen und mich erst an die Creme gemacht, als alle Whoopies völlig fix und fertig auf den Backgittern chillten.

Für die Creme schlagt ihr Sahne direkt aus dem Kühlschrank (muss wirklich kalt sein, sonst wird’s Butter statt Schlagsahne) in einem hohen, am besten eiskalt ausgespülten Gefäß kurz auf, gebt das Sahnesteif und den Puderzucker dazu und schlagt die Sahne bis zur gewünschten Cremigkeit.
Anschließend den Quark unterheben. Ich habe mich bewusst für Rahmquark entschieden. Der ist zwar nicht so fest wie Magerquark oder „normaler“ Quark, dafür schmeckt er nicht so „quarkig“ (was viele ja nicht mögen), und lässt sich durch seine eigene Cremigkeit perfekt mit der steifen Sahne vermengen.
Die Sahnecreme in einen Dressierbeutel mit Lochtülle (je nach Lust mittel oder groß) oder Sterntülle geben, und jeweils auf die Hälfte der Whoopie-Hälften spritzen. Dann jede Hälfte mit einer ohne Sahne „deckeln“.

Die Whoopie Pies am besten bis kurz vor dem Vernaschen in den Kühlschrank stellen, die Sahnecreme wird’s euch danken.

Johannisbeer Whoopie Pies - faaabelhaft

Abschließend:

Die Idee mit dem Eisportionierer war zwar ganz toll, dadurch wurden aber die Whoopies für meinen Geschmack zu groß. Beim Portionieren mit zwei Teelöffeln (bei diesem Teig kann man sie ggf. auch einfach mit den Fingern zu kleinen Kugeln rollen) werden die Whoopies kleiner und dadurch praktischer – und außerdem runder. Dieses Mal waren die tollen Dingerchen relativ eiereckig 😉
Die Kollegen fanden die Größe allerdings nicht problematisch. Ratzfatz waren die kleinen Sommerküchlein verputzt.

Der Teig selbst ist gar nicht so süß, durch den Joghurt und die Johannisbeeren wird er unglaublich saftig und frisch. Die Creme ist auch nicht so süß, passt also perfekt. Wer die Creme etwas süßer gestalten möchte, dem kann ich gern ein anderes Rezept mit weißer Schokolade empfehlen (einfach fragen).

Fabelhafte Grüße, eure Jeannie

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