Apfelkompott

„Das ist ein Kompott!“ – „Du meinst Komplott.“ – „Nein, Kompott!“
Mir fällt tatsächlich kein anderer Name für dieses Rezept ein, und „Apfelzeuch“ wollte ich dann doch nicht schreiben.
Also heute mal etwas zum Einkochen mit Herbst-Winter-Frühlungs-Obst.

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Ja, der Winter ist eigentlich schon vorbei, immerhin ist schon März. Aber dennoch dauert es noch ein Weilchen, bis es außer Äpfeln und Birnen aus besagter Ernte etwas anderes an heimischem Obst gibt.
Mir ist es wichtig, besonders viel an saisonalem Obst und Gemüse zu verwerten, Importe nutze ich eher ungern. Falls ich doch einmal auf Obst außerhalb der Saison zurückgreifen muss oder will, dann greife ich lieber zu Tiefkühl-Ware oder eingelegtem Obst, wenn möglich ebenfalls aus der Region (und natürlich gern bio). Im Winter verwende ich also eher ungern Himbeeren oder Kirschen (außer, ich muss ein Foto für den Blog mit frischen Himbeeren pimpen, dann geht’s eben nicht anders).

Und so gehört der Apfel im Herbst und Winter zur klassischen Küche einfach dazu.
Mehr zum Thema saisonales Obst und Gemüse findet ihr übrigens weiter unten.
Natürlich esse ich auch gern Ananas und Co., die kommen allerdings immer von etwas weiter her (zumindest habe ich bei meinem Bauernlädchen noch nie den Hinweis „Avocado und Kiwi aus Hessen“ gesehen 😉 ), dagegen lässt sich nichts machen.

Diesen Apfelkompott hier mache ich jedes Jahr wieder gern. Wie jedes Kompott ist er schnell gemacht, und noch viel schneller wieder gegessen (so gehört sich das ja auch).

Das braucht ihr dafür:

1 kg Äpfel, geschält und entkernt (z.B. Boskop oder Elstar)
100 g Cashewkerne
40 g Butter
1 Bio-Zitrone
500 g Gelierzucker 2:1
Zimt
1 Vanilleschote
50 ml Calvados oder Marillenlikör
150 ml Apfelsaft
100 g Cranberries
1 großer Topf
1 Pfanne
feine Reibe
Kochlöffel
Gläser, die luftdicht verschließen (Schraubgläser, Einmachgläser)

Und so geht’s:

Schraub- bzw. Einmachgläser sowie dazugehörige Deckel heiß ausspülen und bereitstellen.

Äpfel waschen, schälen und entkernen; davon 1 kg abwiegen. Das Gewicht nach dem Schälen und Entkernen hier ist wichtig, damit das Mengenverhältnis mit dem Gelierzucker stimmt.
Äpfel in kleine Würfel schneiden.

Zucker und Zimt mischen. Zitrone heiß abwaschen, trocknen, und die Schale mit einer Reibe fein abreiben. Zitrone anschließend auspressen.
Vanilleschote aufschneiden und das Mark herauskratzen.

Cashewkerne in einer Pfanne vorsichtig ohne Fett anrösten – damit holt ihr noch mal extra Geschmack aus den Nüssen. Aber vorsichtig: nicht anbrennen lassen!
Nüsse anschließend beiseite stellen.

Butter in einem Topf schmelzen lassen, und die Apfelstücke darin anbraten. Wenn alles schön heiß (aber noch nicht zerkocht) ist, mit dem Likör ablöschen.
Anschließend Zitronensaft, Zimtzucker, Apfelsaft, Vanillemark und -schote sowie die Cranberries mit in den Topf geben. Alles kräftig umrühren.

Kompott bei hoher Hitze für ca. 5 Minuten sprudelnd kochen lassen.

Vanilleschote mit einer Gabel oder einem Löffel aus dem Kompott nehmen (Achtung, heiß).
Cashewkerne unterrühren, sofort alles in Schraubgläser oder Einmachgläser umfüllen, verschließen und für ein paar Minuten auf den Deckel stellen.
Alles gut abkühlen lassen (z.B. auf dem Balkon, bei Raumtemperatur geht’s aber natürlich auch).

Das Kompott schmeckt pur (direkt aus dem Glas gelöffelt, mmmhhh), aber auch auf einem frischen Brötchen oder Croissant, zu Schupfnudeln oder Kartoffelpuffern, zum Porridge, unter den Joghurt gerührt, und und und…
Lecker ist es auch zu herzhaften Gerichten, z.B. zu Gänsebraten oder Ente, zur Käseplatte oder zum Fondue, …
Wer mag, kann es auch warm genießen. Dazu in das eingemachte Kompott ca. 1/2-1 EL Apfelsaft unterrühren und vorsichtig im Topf bei niedriger bis mittlerer Temperatur erwärmen oder in der Mikrowelle für ein paar Sekunden erhitzen. Heiß schmeckt es z.B. zu Waffeln, Vanille-Eis oder Brownies ganz fantastisch!


Tipps:

Apfelsorte
Meine Wahl der Apfelsorte ist kein Muss. Nehmt einfach, welche Äpfel euch am besten schmecken. Die eine Sorte wird eher etwas fester bleiben, eine andere wird etwas weicher oder saftiger:
Elstar: aromatisch und leicht säuerlich, saftiges Fruchtfleisch
Boskop: säuerlich, saftiges und festes Fruchtfleisch
Jonagold: süß-säuerlich, saftiges Fruchtfleisch
Boskop: süß-säuerliches, festes Fruchtfleisch
Idared: leicht säuerlich, saftig-festes Fruchtfleisch
Übrigens schmeckt das Kompott mit Birnen statt der Äpfel auch sehr lecker! Hier z.B. die Cashewkerne durch grob gehackte Walnüsse und die Cranberrys durch Rosinen oder getrocknete Kirschen ersetzen.

Alkohol
Natürlich könnt ihr auf den Alkohol auch verzichten. Dazu dann einfach 50 ml Apfelsaft mehr verwenden.

Varianten
Ihr könnt auch auf anderen Likör umsteigen, eine Variante wäre z.B. mit Amaretto. Dazu die Cashewkerne durch gehackte Haselnüsse oder Mandelstifte ersetzen.


Saisonales Obst und Gemüse:

Wer mehr über die Erntezeiten von Obst, Gemüse und Salaten erfahren (also damit auch etwas nachhaltiger einkaufen) möchte, der kann z.B. in diesen Saisonkalendern mehr darüber erfahren:

Noch nachhaltiger geht’s natürlich, wenn ihr auch noch direkt auf Erzeugnisse aus der Region zurückgreift (und nicht unbedingt auf Äpfel vom Bodensee, wenn ihr in Flensburg wohnt).
Wer keinen Bauern in der Nähe hat (oder kennt), kann sich auf dem Wochenmarkt umsehen. Auch ein Gang zum nächsten Bio-Markt oder Bauernladen hilft. Die Mitarbeiter dort geben gern Auskunft, was woher kommt, wie lange es noch Saison hat – und bei Äpfeln darf man auch mal probieren, wenn man lieb fragt 😉

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