Pralinen vs. selbstgemachtes Schoko-Nougat-Konfekt

Ach, Pralinen sind was feines. Lecker gefüllt, wunderbar überzogen, fantastisch verziert….. – und viel zu viel Arbeit. Hohlkugeln kaufen (oder Pralinen von Hand rollen), Ganache fabrizieren, füllen (dabei weder zu heiß noch zu kühl einfüllen), verschließen, in geschmolzene Schoki tauchen (die ebenfalls weder zu heiß noch zu kühl angerührt worden sein darf, sonst glänzt sie nicht perfekt), noch schön verzieren…….. Es ist wirklich, WIRKLICH viel Arbeit.
Außerdem habe ich das dumpfe Gefühl, dass mittlerweile jeder Pralinen fabriziert. Bzw. dass der Trend womöglich schon wieder vorbei ist (wenn Tchibo, Weltbild & Co. Sets dafür verkaufen, ist der Hype meist schon so ziemlich vorbei) – meine letzte große Pralinenproduktion war 2008…….faaabelhaftes Schoko-Nougat-Konfekt mit Pistazien und Cranberries

Nicht falsch verstehen: Ich liebe Pralinen!
In einer richtig guten Chocolaterie mit leuchtenden Augen vor der Auslage stehen und sich nicht entscheiden können zwischen Mango-Himbeer-Pralinen in weißer Schokolade, Passionsfrucht-Cassis mit Zartbitter-Ganache oder doch vielleicht die Caramel-Mandelsplitter-Pralinés? Schwierig, schwierig. Deswegen kann ich solche Läden nicht unter 6-12 Pralinen verlassen (absolut unmöglich). Und zuhause hab ich dann vergessen, was in welcher Praline was drin war, und lasse mich überraschen (kann man denn da kein Zettelchen bekommen, was man genau gekauft hat und wie’s aussieht? Ich würde gern vergleichen, ob’s genauso schmeckt wie das, was angeblich drin ist – hmpf).

Dennoch: ich habe mich seit Jahren von der Pralinenproduktion fern gehalten. Manches kann ja sogar ich besser kaufen als selbst machen. Doch das Rezept für „Weihnachtliches Eiskonfekt“ in der „Lecker Christmas“ hatte mich neugierig gemacht. Also fix ein paar Zutaten ausgetauscht, Rezept angepasst und ran an die Schoki!

Dabei heraus kamen zwei verschiedene Rezepte: „Schoko-Nougat-Konfekt“ und „Schoko-Caramel-Konfekt“.
Wobei vom Caramel-Konfekt nicht ein einziges Krümelchen mehr da ist, und ich die letzten 4 Nougat-Pralinchen sorgsam verwahre (die werden aber auch diese Woche nicht mehr überstehen).
Das Konfekt gehörte übrigens zu meinen diesjährigen Weihnachtsgeschenken an die Family, zusammen mit Schoko- und Gewürz-Cantuccini und Südsee-Schneekugeln. Ich könnte mir jetzt noch in den Hintern beißen, dass ich davon keine Fotos gemacht habe (ich war so stolz auf meine tollen Geschenkverpackungen….)! Rezepte für die zwei Sorten Cantuccini folgen natürlich noch.

Hier jetzt erstmal das Rezept für das Schoko-Nougat-Konfekt.

Ihr braucht dafür:

125 g Zartbitterkuvertüre
100 g sehr gute Zartbitterschokolade
ca. 100 g schnittfestes Nougat
100 g Sahne
10 g Kokosfett
25-30 ganze, ungesalzene Pistazien
25-30 getrocknete Cranberries
25-30 Pralinenförmchen
2-3 Gefrierbeutel
1 sauberer Pinsel (kein Backpinsel!)
Topf
2 Schüsseln für Wasserbad
heißes Wasser

Und so geht’s:

Topf auf den Herd stellen, Wasser im Wasserkocher erhitzen (muss nicht kochen, aber sehr heiß sein). Heißes Wasser in den Topf füllen, Herdplatte anstellen, Schüssel auf den Topf setzen (Achtung: das heiße Wasser sollte die Schüssel nicht berühren, ebenso nicht kochen aber sehr heiß bleiben).

Kuvertüre hacken und im heißen Wasserbad schmelzen. Ein paar Minuten etwas abkühlen lassen. Nun den Pinsel in die Kuvertüre tauchen und damit die Förmchen ausstreichen. Förmchen ca. 15 Minuten kalt stellen. Den Vorgang 1-2 mal wiederholen. Am Schluss die Förmchen 30 Minuten kalt stellen. (Das Kaltstellen funktioniert übrigens am besten, wenn ihr die Förmchen auf einem Tablett oder einer Platte in den Kühlschrank stellt, denn solange die Kuvertüre heiß ist, sind zumindest beim ersten Auspinseln die Förmchen sehr wabbelig und lassen sich nicht gut nacheinander in den Kühlschrank stellen.) Topf mit heißem Wasser für den nächsten Schritt auf der Herdplatte lassen.

Die zweite Schüssel auf das Wasserbad stellen, Nougatmasse hineingeben und vorsichtig etwas cremiger rühren. Nougatmasse in einen Gefrierbeutel füllen, eine Ecke sehr sparsam abschneiden (es sollte wirklich nur ein sehr kleines Loch sein). Je 1 Pistazie in die ausgepinselten Förmchen legen und Nougatmasse in den Förmchen auf die Pistazien verteilen. Die Förmchen sollten dabei nicht vollständig füllen! Förmchen wieder für ca. 15 Minuten kalt stellen. Heißes Wasser wegschütten und Topf gut abtrocknen für den nächsten Schritt.

Zartbitterschoki grob in Stücke brechen, mit Sahne und Kokosfett unter Rühren im Topf bei schwacher Hitze schmelzen. Ca. 10 Minuten abkühlen lassen. Die Ganache in einen Gefrierbeutel füllen und wieder eine sehr kleine Ecke abschneiden (die Ganache ist noch flüssiger als die Nougatmasse, also vorsichtig sein!). Die Schokocrème auf den Förmchen verteilen und bis zum Rand füllen (ggf. etwas mehr, ausprobieren!). Eine Cranberry auf jede Praline setzen und alles noch einmal für ca. 1 Stunde kalt stellen.

Ihr könnt es euch mit der Schoki-Schmelzerei natürlich etwas leichter machen, wenn ihr eine Mikrowelle habt. Meine jedoch ging vor Jahren kaputt und ich vermisse sie nicht. Daher schmelze ich tatsächlich Schokolade immer aufwändig über dem Wasserbad – das ist nerviger, macht aber auch mehr Spaß 😉

Warum ich die Pralinenförmchen (bei mir aus so toller Silberfolie – das Auspacken erinnert mich irgendwie an Eiskonfekt, mjamm) auspinsele? Man kann sie natürlich auch ausgießen. Aber ich fand den „Lecker“-Tipp mit dem Pinsel irgendwie bequemer. Und ich hab einen ganzen Schrank voller guter Pinsel, die nicht mehr genutzt werden…..

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