Sommerzeit ist Beerenzeit! Klar, einige mögen jetzt argumentieren, dass man mittlerweile Heidelbeeren (und anderes Beerenobst) das ganze Jahr über im Supermarkt kaufen kann – ich kaufe jedoch Obst und Gemüse am liebsten saisonabhängig von Bauern aus der Nähe, statt mir Heidelbeeren ganzjährig einfliegen zu lassen. Und beim Bauern ums Eck gibt’s frische Heidelbeeren eben im Juli/August 🙂 (um das Rezept vor der Saison zu veröffentlichen musste ich leider ausnahmsweise doch auf eingeflogene Beeren zurückgreifen).

Heidelbeeren sollte man möglichst innerhalb weniger Tage verbrauchen, sonst werden sie matschig, bekommen Dellen und/oder fangen an zu schimmeln. Nach dem Kauf die Heidelbeeren kurz abspülen und in einem Sieb abtropfen lassen (ich bewahre sie dann auch gern direkt im Sieb auf bis zur Verwendung bzw. bis ich sie weggefuttert habe).
Vor der Verarbeitung die Beeren einzeln (oder paarweise) kurz „antesten“, ob sie noch schön fest und noch nicht angemodert sind. Das geht ziemlich fix, denn so viele werden für dieses Rezept auch nicht benötigt.
Das braucht ihr dafür*:
125 g Butter, weich
150 g Zucker
2 TL Vanillezucker
1 Zitrone
2 Eier
150 g Naturjoghurt
3 EL Milch
250 g Mehl
2 TL Backpulver
1 Prise Salz
125 g frische Heidelbeeren (kein TK!)**
Muffinblech
Muffinpapierförmchen
Handrührer oder Küchenmaschine mit Rühraufsatz
Eisportionierer oder Spritzbeutel
* Ich verwende nur Bio-Zutaten. Falls ihr das nicht tut, sollte zumindest die Zitrone Bio-Qualität haben, da wir hier die Schale verwenden.
** TK-Beeren verhalten sich anders beim Backen, daher für dieses Rezept unbedingt frische Beeren verwenden.
Und so geht’s:
Backofen auf 160 °C vorheizen. Mulden eines Muffinblechs mit Papierförmchen auslegen.
Zitrone heiß abwaschen, trocken tupfen, Schale abreiben.
Butter, Zucker, Vanillezucker und Zitronenschale weich rühren, Eier einzeln dazu geben, hellcremig rühren. Joghurt und Milch hinzugeben und einrühren.
Mehl, Backpulver und Salz mischen, zum Teig geben und (nicht zu lange) zu einem weichen Teig verrühren.
Mit einem Eisportionierer oder Spritzbeutel ca. 1 EL Teig auf die Muffinförmchen verteilen, etwa 3-4 Heidelbeeren darauf geben, diese etwas in den Teig drücken. Restlichen Teig auf die Muffinformen verteilen (ca. 1-1,5 EL pro Form), und jeweils mit 4-6 Heidelbeeren toppen, ebenfalls etwas in den Teig drücken.
Bei 160 °C (Umluft) für 25 Minuten backen.
Muffins ca. 5 Minuten im Blech abkühlen lassen, herausnehmen und final auf einem Kuchenrost auskühlen lassen.
Falls noch Heidelbeeren übrig sein sollten, am besten einfach direkt wegsnacken 😉

Tipps:
Nicht immer werden Muffins oben schön rund – wie ihr im Bild (s.u.) sehen könnt, ist auch mir einer etwas aus der Form geraten. Er ist unregelmäßig, läuft an einer Seite über den Rand, und alles in allem etwas „eiereckig“.
Woran das u.U. liegen kann und was ihr dagegen tun könnt:
- Backtemperatur: Für Muffins sind 150-160 °C völlig ausreichend, 200 °C sind schnell zu viel für kleines Backwerk.
- Backpulver: Immer auf das Mindesthaltbarkeitsdatum schauen, „altes“ Backpulver hat andere Triebeigenschaften.
- Befüllen der Förmchen: Wenn ihr dabei kleckert, zieht sich der Teig gern an der Stelle aus der Form. Also immer gut/mittig das Muffinförmchen treffen! Das geht am einfachsten mit einem Spritzbeutel mit großer Lochtülle oder mit einem Eisportionierer. Falls ihr doch mal gekleckert habt, den Klecks auf dem Backblech ordentlich wegwischen (dann gibt’s auch weniger eingebrannte Stellen später), und ggf. den Teig mit z.B. einem Löffel wieder in die Mitte des Förmchens dirigieren.
- Toppings: Nicht zu viele Beeren auflegen, immer ein bisschen in den Teig drücken und nicht zu weit an den Rand setzen, denn dahin wandern die von ganz allein…
- Das Allerwichtigste – Übung: Ist jetzt nicht die schnellste Umsetzungsmöglichkeit, ist aber leider die Wahrheit. Je öfter ihr Muffins backt, desto besser erkennt ihr, was dem Backwerk gut tut und was nicht.

Und wer sich darüber ärgert, dass sich bei Beeren-Gebäck schnell Sirup ins Blech einbrennt: Die Backform einfach für eine halbe Stunde in Spülwasser einweichen lassen, danach lässt sich alles mit einem Schwamm leicht abwaschen.