Vanille-Crèmelikör mit Orange

Likör, der schmeckt wie Vanillepudding mit einer ordentlichen Portion Orange? Klingt wie ein wahr gewordener Traum! Ist es auch 😉
Aber Moment… Ist das etwa Eierlikör???

Jap, isses. Ich verwende hier aber mit Absicht die Bezeichnung „Vanillecrème“ und nicht „Eierlikör“, denn die meisten, die noch nie Eierlikör getrunken haben, fühlen sich von dieser Bezeichnung abgeschreckt.
Iiiihhhhh, ein Getränk mit Eiern? Total eklig!“ – „Eier? Wie jetzt – etwa ROH?? So ’ne Glibberpampe willst du trinken??“ – „Eiweiß-Drink als Likör? Wtf?“
Keine Panik, mir ging’s früher genau so, allein schon wegen des Namens wollte ich Eierlikör gar nicht erst probieren.

Natürlich ist Eierlikör überhaupt nicht eklig, die Eier sind nicht roh oder glibberig, und mit einem Fitness-Eiweiß-Gesöff hat das ganze auch nichts zu tun.
Eierlikör klingt verwirrend – tatsächlich ist es eigentlich mehr eine Art sehr flüssiger Vanillepudding. Eben mit gaaaanz viel Rum.
Klingt schon besser, oder?

In meiner Version kommt noch eine ordentliche Portion Orange dazu, das schmeckt schön fruchtig-frisch.

Das braucht ihr dafür:

8 Eigelbe von frischen Bio-Eiern
250 g Puderzucker
1-2 TL Vanilleextrakt (oder 2 TL Vanillezucker)
375 ml Kondensmilch (ungezuckert)
250 ml weißer Rum
1 Bio-Orange
feine Reibe
Topf
Metallschüssel
Handmixer mit Schneebesen
Flaschen
Trichter

Und so geht’s:

Flaschen und ggf. Deckel heiß ausspülen. Orange heiß abwaschen, trocken tupfen.

Eigelbe in eine große Metallschüssel geben. Orangenschale fein abreiben und mit dem Vanille-Extrakt dazugeben, alles schön cremig rühren. Nach und nach erst Puderzucker, dann Kondensmilch, und schließlich den Rum unterrühren.

Ein wenig Wasser (2-3 Finger breit) in einem Topf aufkochen, Metallschüssel darauf setzen. Das Wasser sollte dabei den Boden der Metallschüssel nicht berühren.

Creme mit dem Handmixer aufschlagen und ca. 6 Minuten lang kräftig aufschlagen, bis die Masse etwas dickcremiger geworden ist.

Sofort mithilfe des Trichters in die vorbereiteten Flaschen füllen. Hält gut verschlossen locker 6 Monate.

Tipps:

Der Likör kann pur getrunken werden, aber auch z.B. über Desserts wie Eis, eingemachtem Obst oder roter Grütze (so mochte ihn mein Opa), als Topping von Brownies oder Kuchen, über Waffeln oder als Füllung von selbstgemachten Pralinen, usw. usw. (als Pralinen ggf. etwas weniger Rum nehmen, oder etwas länger im Wasserbad aufschlagen, damit die Creme dickflüssiger wird).

Klassisch trinkt man Eierlikör aus kleinen Schokoladen-Shotbecherchen oder Waffel-Schokoladen-Töpfchen (gibt’s beides im Supermarkt), die man danach auch noch lecker verschnabulieren kann. Die Vanillecreme schmeckt aber natürlich auch aus ganz normalen Gläsern 😉
Pro-Tipp: Wer’s richtig fancy mag, verwertet hier (kleine) Schoko-Nikoläuse oder Schoko-Osterhasen: einfach den Kopf bzw. die Ohren abbeißen, Vanillecreme-Likör einfüllen – austrinken. (Vielen Dank an Katia für diesen Tipp!)

Wenn der Likör zu dick wird, könnt ihr ihn mit etwas mehr Rum oder einem Schuss Kondensmilch wieder etwas flüssiger machen.
Oder ihr bleibt bei der dickflüssigeren Variante, verwendet dann aber Flaschen mit größerer Öffnung (Milchflaschen z.B. eignen sich hierfür gut).

Wer Orangenschalen-Abrieb so gar nicht mag, die Masse vor dem Umfüllen in Flaschen einfach durch ein Sieb gießen.

Falls sich die Creme mal etwas vom Rum absetzt (ihr seht dann unten in der Flasche ein paar Millimeter klare Flüssigkeit), einfach die Flasche ein bisschen schütteln. Das ist kein Fehler im Rezept oder in der Lagerung, der Cremeteil des Likörs wird ggf. mit der Zeit einfach ein bisschen fester.
Falls ihr den Likör sehr schaumig aber nicht dickflüssig aufgeschlagen habt, verschwindet der Schaum in den Flaschen natürlich irgendwann, zurück bleibt der „normale“ restliche flüssige Likör.

Kühlen solltet ihr den Eierlikör übrigens nicht, er sollte bei Raumtemperatur aufbewahrt werden.

Ja, die Eier sollte wirklich frisch sein, am besten vom selben Tag oder spätestens vom Tag davor. Schaut auf das Legedatum auf der Packung oder fragt im Laden nach. Falls gerade keine frischen da sind, bestellt welche vor (klappt in Bio-Läden oder beim Bauern eigentlich immer gut).

Wer trotz Erhitzen und der Zugabe von Alkohol trotzdem noch Angst vor Salmonellen hat, kann die Eigelbe mit dem Rum vorab gut verrühren, und drei Tage bei Zimmertemperatur stehen lassen (rät das Bundesinstitut für Risikobewertung), das unterstützt die Keimabtötung. Anschließend dem Rezept wie oben beschrieben folgen.

Wer keinen Rum mag, kann auch z.B. zu PrimaSprit greifen. Dann hat der Likör ggf. natürlich etwas mehr Bumms 😉

Das übrig gebliebene Eiweiß nicht wegwerfen! Verwendet es lieber für z.B. Macarons oder Amarettini, Pavlova oder Financiers.

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